April 2019

Antioxidantien - im Dienste deiner Gesundheit

von Gerda Jochim  

Antioxidantien haben eine große Bedeutung für unsere Zellen.

Sie bieten Schutz vor freien Radikalen. Ein Antioxidans verhindert oder verlangsamt die Oxidation. Dazu fängt und bindet es freie Radikale, die sich im Körper mit anderen Molekülen verbinden wollen. Um dem zuvor zu kommen, springt ein Antioxidans in diesen Vorgang ein und gibt ein Elektron dem freien Radikal ab. Das freie Radikal ist somit geschlossen. Das Antioxidans, welches dieses Elektron abgegeben hat, wird sofort wieder in seine Form gebracht und kann daher nie schädlich wirken.

Die einfachste Form der Verhinderung der Oxidation ist, wenn du Vitamin C, beispielsweise Zitronensaft auf einen angeschnittenen Apfel gibst. Er wird nicht braun.

Aber auch freie Radikale haben ihren Nutzen in unserem Körper.

Sie werden und wurden schon immer in unserem Körper produziert. Bei jedem Stoffwechselvorgang und der Energieproduktion entstehen freie Radikale, beispielsweise bei Sport, aber auch bei Krankheit und in einer Stresssituation.  Das kommt tagtäglich vor.

Wenn freie Radikale überhand nehmen und nicht durch Antioxidantien gefangen werden, verbinden sie sich untereinander und es entsteht oxidativer Stress. Die Zellen können sich verändern und zu degenerativen Erkrankungen oder sogar Krebs führen.
Der Alterungsprozess der Zellen wird beschleunigt, was man an der Haut erkennen kann. Achte daher darauf, dass du immer genug Antioxidantien mit deiner Ernährung aufnimmst.

Freie Radikale werden jedoch auch von unserem Immunsystem bewusst produziert. Da sie in der Lage sind, nicht nur gesunde Körperzellen anzugreifen, sondern auch Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren zu zerstören und Entzündungsprozesse einzudämmen - werden sie gleichzeitig verflucht und erwünscht.

Es gibt nichts Unnützes in der Natur!

Ein ausgeglichenes Verhältnis von Antioxidantien und freien Radikalen ist wünschenswert. Aber so leicht ist das ja nicht. Wer weiß denn schon, ob jetzt an freien Radikalen ein Überschuss besteht?

Da freie Radikale, schon seit es Leben gibt, existent sind, hat die Natur Strategien der Eindämmung entwickelt. Nur war es in Urzeiten einfacher den Ausgleich herzustellen.
Die Lebensweise war deutlich stressfreier und ausgeglichener. Auch die Ernährung war viel nährstoffreicher, als es heute unsere Nahrungsmittel sind. Damit hatte sich ein Überschuss an freien Radikalen bald erledigt.

Heute haben wir eine Vielzahl an Faktoren, die freie Radikale begünstigen. Nicht nur unsere neuzeitliche Ernährung mit industriell verarbeiteten Produkten, Fetten und dem Überangebot an stärkereichen Lebensmittel sowie Zuckerstoffen. Auch die Luftverschmutzung durch Verkehr und Industrie, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln oder Chemikalien tragen zu immer mehr freien Radikale bei.

Nicht zu vergessen ist bei manchen Menschen die Lebensweise: übermäßiger Konsum von Alkohol, Rauchwaren und die leichtfertige Einnahme von Medikamenten. All dies trägt dazu bei, dass wir ein Vielfaches an Antioxidantien zuführen müssen, um uns gesund zu erhalten.

Achtsamkeit mit sich selbst, auf ein Leben in Balance achten, damit können wir einiges für unsere Gesundheit tun.

 

Teilweise stellt unser Körper selbst Antioxidantien mittels Enzymen her. Aber den größeren Anteil müssen wir über die Nahrung aufnehmen.

Folgende antioxidantienreiche Lebensmittelgruppen gilt es, täglich auf den Teller zu bringen:

Gemüse bunt durchs Beet
Salate nach Saison
frische Kräuter
Knoblauch und Zwiebeln
saisonale Früchte
Wildpflanzen wie Löwenzahn oder Bärlauch
Ölsaaten und Nüsse
Naturbelassene Öle und Fette

In diesen Nahrungsmitteln sind alle Vitamine, Mineralien- und Spurenelemente sowie die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe enthalten, die im Zusammenspiel stärker wirken als ein Antioxidans alleine. Dieses antioxidative Netzwerk ist Bestandteil deiner Gesundheit. Es ist daher so wichtig, reichlich pflanzliche Lebensmittel in deinen Speiseplan einzubauen. Jeden Tag.

Besonders herausheben möchte ich Vitamin C und E, Selen, Magnesium und Zink.
Aber auch Anthocyane und Carotinoide als natürliche Pflanzenfarbstoffe (rote und blaue Beeren) tragen zur Gesunderhaltung der Zellen bei. Polyphenole und Resveratrol aus den Weintraubenkernen sind ebenfalls starke Antioxidantien, die wir uns schmackhaft zunutze machen können. Spinat, der nun im Frühjahr als erstes frisches Grün auf die Teller kommt, bietet uns ebenfalls genug dieser Gesundheitsarmee.


Gemüse und Obst bieten in ihrer bunten Vielfalt ein breites Spektrum dieser wirksamen Stoffe. Sie sitzen nicht nur in der Frucht selbst, sondern sehr oft sogar direkt unter oder in der Schale. Es lohnt sich also Bioprodukte einzukaufen, wenn die Schale mit verzehrt werden kann und soll. Beispielsweise bei Zitronen. Der Schalenabrieb kann wunderbar in einer Salatsoße Verwendung finden. Bringt Frische und aktiven Zellschutz mit.

Tipp: Immer eine halbe Bio-Zitrone im Gefrierfach vorrätig haben. So ist jederzeit ein Antioxidantienkick parat. Bei anderen Zitrusfrüchten die dünne weiße Haut nicht bis auf das letzte Fetzelchen abschälen, hier stecken gesunde Nährstoffe drin! Bitte mitessen!

Auch natives Olivenöl hat Polyphenole die dazu beitragen können, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen. Du merkst schon, die Vielfalt macht es aus.

Wir können uns gesund ernähren, wenn wir all die Fertigprodukte die uns die Nahrungsmittelindustrie unterjubeln will, vermeiden oder zumindest reduzieren, und uns wieder mehr auf die natürlichen Lebensmittel konzentrieren.

Noch können wir uns gesund ernähren. Das Bewusstsein dafür muss nur weiter unter die Menschen gebracht werden. Viele gehen diesen Weg schon, aber immer noch zu wenige.
Vielleicht kann ich dich begeistern? Das wäre schön.

Bleib gesund und fit und iß dich bunt!

Frische Grüße von mir